20 Jahre Gustav-Heinemann-Schule

Das Schuljahr 1995/96 – Ein Rückblick


Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit - die Bauarbeiten waren durch eine Regenperiode während der Arbeiten am Fundament, ein starkes Unwetter und den Konkurs einer beteiligten Firma gestört worden - konnte die neue Schule im Rheinauer Ring zum Schuljahr 1995/96 ihre Arbeit aufnehmen. Sie trug zunächst den Namen „Grund- und Hauptschule Rheinau-Nord“. Bei der Einweihung der Schule am 23. September 1995 mit Tag der Offenen Tür hatte die Schulgemeinde das Gebäude bereits mit Schulleben gefüllt, so dass keine offizielle Schlüsselübergabe mehr erfolgte. Der Architekt Heinz Gaiser sprach von einem Bauwerk „mit Charakter“, dessen Anordnung der Räume einer „musikalischen Komposition“ gleichen. Das alles für rund 40 Millionen Mark.

Haus der Freundlichkeit und des Lichts“ war der Zeitungsbericht über den Festakt in der neuen Schule Rheinau-Nord in den BNN überschrieben und damit war die Atmosphäre des Anfangs an dieser Schule treffend beschrieben. Der damalige Oberbürgermeister Walker sprach von einer „architektonischen Meisterleistung“ und beschrieb den Bau als „hell, freundlich, bunt und fröhlich“ und Schulamtsdirektor Riebold nannte das Gebäude „in funktionaler, pädagogischer und ästhetischer Sicht“ vollauf gelungen. Schüler/innen und Lehrkräfte - einige waren mit den Rheinauer Schülern und Schülerinnen von der Max-Jäger-Schule in die Rheinau gewechselt - waren stolz auf ihren neuen hellen und großzügigen Arbeitsplatz. Die RAZ titelte: „In dieser Schule macht das Lernen wirklich Spaß“ und formulierte damit die Grundstimmung, die einige Zeit anhielt. Nach zunächst unterschiedlichen Vorstellungen über den Schulnamen wurde der Vorschlag der Schulkonferenz angenommen, die Schule statt nach dem Rastatter Revolutionär Elsenhans nach dem ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann zu benennen. Heinemann, der „Bürgerpräsident“, hatte sich für die 1974 von ihm eröffnete „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte“ im Rastatter Schloss eingesetzt.

Am 20. November 1995 fand bei einer Feier die offizielle Amtseinführung von Rektor Herbert Köllner und Konrektor Bodo Dittrich statt. Schulamtsdirektor Riebold sprach in seinem Beitrag von einem „gewaltigen pädagogischen Kraftakt, um eine leistungsfähige Schule neu aufzubauen“. Jetzt konnte sich der Pioniergeist entfalten und von Anfang an entwickelte das Kollegium der Schule mit großem Engagement ihr eigenes Profil, das den Erfordernissen einer modernen Schule einerseits und dem Stadtteil Rheinau mit einem hohen Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund andererseits gerecht werden sollte. In diesem ersten Jahr wurden in 18 Klassen circa 370 Schüler/innen von 25 Lehrkräften unterrichtet. Am 8. März 1996 fand dann bei der letzten offiziellen Feierlichkeit dieses ersten Schuljahres die Feier zur Namensgebung statt. Aus der Schule Rheinau-Nord wurde nun die Gustav-Heinemann-Schule. Ehrengast war Barbara Wichelhaus, eine Tochter Gustav Heinemanns. Schüler/innen der sechsten Klasse trugen zu Beginn der Feier Gedanken, Worte und Sprichwörter vor, deren Anfangsbuchstaben den Namen Gustav Heinemann bildeten. „Ich hoffe, dass die Schüler dieser Schule Selbstsicherheit lernen“, sagte Frau Wichelhaus.

Wie bei allen Feiern des Schuljahres zeigte sich auch bei dieser Feier die musikalische Ausrichtung der neuen Schule mit Darbietungen des Grundschul- und Hauptschulchores. Die sechste Klasse führte zusammen mit dem Chor am 23. Juli als fächerübergreifendes Projekt ihre Bearbeitung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ auf. Aus dem Hauptschulchor entwickelte sich dann der Chor „Voices of Rheinau“. Die ersten Projekttage am Ende des Schuljahres standen dann unter dem Motto „Wir gestalten unsere Schule“. So gab es in diesem ersten Schuljahr neben dem Aufbau der Schule einen Marathon an Feierlichkeiten und Veranstaltungen. Zurückblickend war es für Schüler und Lehrkräfte eine tolle Erfahrung, den Aufbau der neuen Schule zu begleiten.

hk


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