Die Projekttage im März 2015 standen unter dem Motto

Kunst und Kultur

statt
 Sucht und Konsum

„Kunst und Kultur statt Sucht und Konsum“

Wie in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen werden wir auch in der Schule mit ganz unterschiedlichen Erscheinungsformen von Suchtverhalten und unkontrolliertem Konsumverhalten konfrontiert. Warnungen, schockierende Fotos, Regeln und Verbote, Kriminalisierung und Strafverfolgung schrecken  junge Menschen aber nur sehr bedingt ab. Zudem wird die Vorbildfunktion des Elternhauses oft nicht wahrgenommen und Appelle der Schule müssen verpuffen, wenn Kinder zu Hause ganz anderes erleben. Neue Formen von Suchtverhalten wie zum Beispiel die Internetsucht werden als Gefahren oft noch nicht ernst genommen, obwohl ihre Auswirkungen auf Lernfähigkeit und Konzentration in der Schule sichtbar werden. Wie kann die Schule neben ihren primären Aufgaben auch dieser Aufgabe nachkommen? Präventionsarbeit in der Schule muss ganzheitlich und nachhaltig erfolgen und möglichst ohne den erhobenen Zeigefinger, denn die Folge sind oft Trotzreaktionen. Auch der Druck, der von Gleichaltrigen ausgeübt wird, darf nicht unterschätzt werden. Was kann und soll die Schule aber tun? Sie kann das einzelne Kind stärken, Alternativen aufzeigen, Selbstvertrauen aufbauen und helfen Selbstbewusstsein zu fördern. Wir erleben in der Schule zunehmend, dass wir immer weniger eine einheitliche Werteordnung voraussetzen können. Die entstandene Leere wird durch Sucht- und Konsumverhalten ausgefüllt. Mit unserem Motto „Kunst und Kultur statt Sucht und Konsum“ wollen wir dem entgegentreten, möglichst schon bevor die Kommunikation durch Pubertät erschwert oder sogar unmöglich wird und sich unerwünschte Verhaltensmuster bereits verfestigt haben. Unsere Projekttage waren schon immer geprägt durch künstlerische, kulturelle Inhalte und ergänzen damit den jährlich stattfindenden Sporttag. Im Schuljahr 2012/13 führten wir die Projekttage als Zirkusprojekt mit dem Zirkus Toussini durch, dass weitere Projekte nach sich zog, zuletzt an den aktuellen Projekttagen. Mit den jährlichen Kulturtagen wollen wir Anregungen geben für sinnvolle, erfüllende Beschäftigungen für Kopf, Herz und Hand. Wir wollen Interesse wecken für Kunst, Musik, Theater und vieles andere. Wir wollen Starthilfe geben für neue Hobbys und Betätigungen. Das ergänzt das Angebot der jährlichen Arbeitsgemeinschaften, darunter seit Beginn der Gustav-Heinemann-Schule der Grundschulchor, der Chor der Werkrealschule „Voices of Rheinau“ mit seinen zahlreichen Konzerten und Auftritten, die Gitarren-AG, die Keramik-AG, die AG Spiel und Spaß neben verschiedenen Sportangeboten ( zum Beispiel Badminton und Fußball) und den Arbeitsgemeinschaften mit Technik- und Naturbezug. Gegen Langeweile und Leere als Ursachen für Sucht und unkontrolliertes Konsumverhalten lässt sich so etwas tun. In Kooperation mit außerschulischen Partnern ließe sich dieses Angebot künstlerisch-kultureller Angebote auf längere Sicht noch erweitern. Wir müssen dies alles aber auch realistisch betrachten. Die Angebote können  nur Schüler/innen erreichen, die sich auf Neues einlassen können und aufnahmebereit sind. Oft haben Schüler/innen bereits Muster übernommen, die unserem Anliegen total widersprechen. Wer aber von jungen Jahren an die Chance hatte, Neues kennenzulernen, der wird für sich etwas finden und später als Eltern die Entwicklung seiner Kinder auch in dieser Hinsicht unterstützen.






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